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VfB Auerbach setzt auf den Wunschkandidaten

Mit Sven Köhler bekommt der Fußball-Regionalligist einen namhaften Trainer. Der VfB-Manager ist sicher, dass der frühere Profi gut ins Göltzschtal passt.

Von Marcus Schädlich

Auerbach – Beim VfB Auerbach geht es dieser Tage Schlag auf Schlag. Kaum einen Tag gibt es Zeit zum Verschnaufen. Am Dienstagabend feierten die Vogtländer beim SV Babelsberg mit dem 2:0 den zweiten Auswärtssieg der Saison, machten einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

Nach den Ergebnissen am Mittwoch beträgt der Vorsprung auf den voraussichtlich ersten Abstiegsplatz, den 15. Rang, fünf Zähler – bei einem Spiel weniger auf dem Konto als Budissa Bautzen. Somit ist ein weiteres Jahr in der „Auerbacher Champions League“ in greifbarer Nähe. Und auch neben dem Feld baut der Verein am Gerüst für die Zukunft:

Am Mittwochnachmittag präsentierte der Verein mit Sven Köhler einen neuen Trainer für die neue Saison. Vom 1. Juli an trainiert der 52-Jährige die Vogtländer. Zuvor saß Köhler beim Halleschen FC und dem Chemnitzer FC auf der Trainerbank.

An die Erfolge, die er bei den beiden Traditionsvereinen hatte, soll er auch in Auerbach anknüpfen. „Sven Köhler war für uns von Anfang unser Favorit“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Der Wunschkandidat unterschrieb nun einen Zweijahresvertrag.

Die Länge des Kontrakts sei auch ein Zeichen, betont Kramer. „Das war beiden Seiten wichtig: Sein Engagement ist keine Übergangslösung, sondern wir wollen längerfristig zusammenarbeiten. Sven Köhler soll bei uns die Arbeit fortführen und anschieben.“ Der ehemalige Fußball-Nationalspieler (zwei Einsätze für die DDR) wird als Vollzeit-Trainer beim VfB arbeiten – wie bereits Michael Hiemisch.

Dass die Wahl auf Köhler fiel, ist keine Überraschung. Bereits in der Vergangenheit gab es oft Kontakt zwischen dem gebürtigen Freiberger und dem VfB. Sven Köhlers Sohn Benjamin spielte für den VfB, Sven Köhler ist seit Jahren gut mit seinem ehemaligen Mitspieler und heutigen VfB-Verwaltungsratschef Steffen Dünger befreundet. „Sie kennen sich und auch zu mir pflegt Sven bereits lange Zeit Kontakt“, sagt Kramer.

„Er kennt also die Auerbacher Bedingungen.“ Zwar habe er bereits in der 3. Liga und damit mit im Profi-Bereich Erfahrungen gesammelt. „Das muss aber kein Nachteil sein“, betont Kramer. „Sven besitzt genug Respekt, Demut und Realismus. Er ist nicht abgehoben.“ Insofern werde er sicherlich mit den Auerbacher Verhältnissen zurechtkommen und das Team voranbringen.

Wichtig scheint es, der Mannschaft neue Impulse zu setzen. Dies war auch der Grund dafür, dass die Zusammenarbeit zwischen dem VfB Auerbach und Michael Hiemisch am Ende der Saison endet. Nach dreieinhalb Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit haben sich beide Seiten auf ein Ende der Zusammenarbeit geeinigt. „Es ist eine legitime Entscheidung, kein unnormaler Prozess“, sagt Kramer. Es hätte im Hintergrund keinen Ärger im Team gegeben. „Man muss aber nicht darauf warten, bis Probleme aufkommen“, sagt Kramer.

Nach dreieinhalb Jahren hätte sich ein Gewöhnungsprozess in der Ansprache oder im Training eingeschlichen. Michael Hiemisch arbeite akribisch und vermittle modernste Trainingsinhalte, aber der Gewöhnungsprozess sei nicht aufzuhalten. „Wir wollen nun neue Reize setzen“, sagt Kramer, der Hiemisch für einen hervorragenden Trainer hält und ihm für die Zukunft das Beste wünscht.

Nachdem Michael Hiemisch und der Verein sich darauf geeinigt hatten, im Sommer die Zusammenarbeit auslaufen zu lassen, hatte der Verein eine hohe Anzahl an Bewerbungen erhalten. Der Verein fühlt sich dadurch geschmeichelt, erklärt der Manager: „Wir haben etliche Bewerbungen erhalten – von jungen Trainern, aber auch erfahrenen.“ Der Auerbacher Favorit war und blieb aber Sven Köhler.

„Sven Köhler hatte noch weitere Angebote. Wir waren also nicht die einzigen Bewerber. Sven wollte aber den anderen Bewerbern vernünftig kommunizieren, dass er sich für Auerbach entschieden hat“, sagt Kramer. Deshalb hätte es einige Tage gedauert, bis die Entscheidung gefallen sei.

 

2018-04-20



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